Lebensraum Musik Florian Busch

Geschichtliches

Die Klarinette wurde namentlich in der ersten Hälfte des 18.Jahrhunderts zum erstenmal genannt;

Anders als beim Saxophon - das aus der Bassklarinette zu einem Instrument mit ganz eigener Charakteristik entwickelt wurde, und deshalb als Erfindung anerkannt wird – handelte es sich bei der Klarinette genaugenommen „nur“ um eine Weiterentwicklung des sogenannten Chalumeau ( von lat. calamus = das Rohr):
 dieses neunlöcherige Instrument der Volksmusik war bereits dem Mittelalter und dem Barock bekannt, bevor es um 1690 herum durch den Nürnberger Instrumentenbauer Johann Christoph Denner (1655-1707) gründlich überarbeitet und ausgebaut wurde.

1812 legt der russische Virtuose Iwan Müller (1786-1854) die moderne Klarinette vor, durch die das Instrument seine endgültige Prägung erhielt.
 

Um 1850 wurde in Paris von H.E.Klose gemeinsam mit L.A. Buffet das französische Boehm-System der Querflöte auf die Klarinette übertragen; seitdem werden vorallem in Frankreich, England und in den USA Boehm-Klarinetten gespielt.
Das in Deutschland weit verbreitete deutsche System ist auf den Berliner Klarinettenbauer Oskar Oehler zurückzuführen.

Abgesehen vom Aufbau der Mechanik ist der wesentliche Unterschied zwischen Boehm- und deutschem System die Griffweise folgender Töne:

kleines b/ h; f/fis der ein- und zweigestrichenen Oktave; c / cis, d, fis, g / gis, b / h der dreigestrichenen Oktave; c4.

Die Klarinette, die als Chalumeau bereits bei Telemann und Vivaldi Anwendung fand, und bei W.A.Mozart noch eine Besonderheit darstellte, galt spätestens seit Beethoven als charakteristisches Instrument innerhalb des Orchesters, und übernahm dort mehr und mehr auch solistische Funktion.
Neben der Klassik hat sich die Klarinette auch im Jazz, in der Weltmusik und der Tanz- und Unterhaltungsmusik behauptet.